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Schottland

Frischer Wind treibt schottische Energiewirtschaft an
Glasgow/ Düsseldorf: 23.01.2003: Im Juli 2002 eröffnete der Energieproduzent Scottish Power einen neuen Windpark in Beinn an Tuirc an der westschottischen Küste. Die neue Windkraftanlage ist einer der leistungsfähigsten Anlagen in Großbritannien, da die Höchstleistung der 46 Turbinen von 30 Megawatt aufgrund der starken Windkraft in dieser Region öfter erreicht wird als in jedem anderen Windpark auf den Britischen Inseln.

Die Voraussetzungen für Schottland als Standort für Windkraftanlagen sind ideal. Laut einer Studie des dänischen RisØ National Laboratory gehört das Land zu den windreichsten Regionen Europas. Mit einer durchschnittlichen Windstärke von 8.5 Metern pro Sekunde an der Küste ist die Windkraft in Schottland deutlich stärker als beispielsweise in Norddeutschland oder in Nordengland. Zudem hat das Land eine geringe Bevölkerungsdichte: auf 78.000 Quadratkilometern leben rund fünf Millionen Schotten, 80 Prozent davon im sogenannten Zentralgürtel um Edinburgh und Glasgow. Somit verfügt Schottland über ausreichend Platz für den Aufbau von Windkraftanlagen im Gegensatz zu Deutschland oder Dänemark, wo Raum zunehmend knapper wird.

Diese klimatischen und geografischen Standortvorteile macht sich Schottland zunutze. Wie eine Studie der Unternehmensberatung Garrad Hassan zeigt, könnte Schottland bis 2010 mit den vorhandenen Ressourcen für erneuerbare Energien den Strombedarf der Schotten theoretisch um mehr als ein Dreifaches decken. In der Praxis setzt sich Schottland für die verstärkte Nutzung der Windenergie ein und engagiert sich für den Ausbau einer umweltverträglichen und zukunftsfähigen Energieversorgung im Zusammenspiel mit allen erneuerbaren Energien. Der junge Markt für regenerative Energiequellen, vor allem für Windenergie, entwickelt sich in Schottland sehr dynamisch. Zur Zeit sind in Schottland zwölf Windparks (220 Windturbinen) mit einer installierten Gesamtleistung von 149 Megawatt (MW) in Betrieb. Sechs weitere Windparks mit einer Gesamtleistung von 137 MW befinden sich bereits im Aufbau. Mittelfristig setzt Schottland vor allem auf den Aufbau von neuen Windanlagen auf dem Festland. Langfristig plant das Land, auf Basis seines technischen Know-hows aus der traditionellen Öl- und Gasindustrie die Entwicklung von Offshore-Projekten in tieferen Gewässern vor der schottischen Küste voran zu treiben.

Bis 2003 sollen dreizehn Prozent des schottischen Stromverbrauchs aus regenerativen Energiequellen - größtenteils aus Windkraft - gewonnen werden. Geplant ist, diesen Anteil bis 2010 auf 18 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, verabschiedete die schottische Regierung im April 2002 die Renewable Obligation Scotland (ROS). Danach verpflichten sich alle schottischen Stromversorgungsunternehmen, bis 2010 eine bestimmte Menge ihres Stroms aus alternativen Energiequellen wie Wind, Wasser und Biomasse zu beziehen. Bis 2020 soll der Anteil regenativer Energien am schottischen Stromverbrauch auf dreißig Prozent erhöht werden. Die schottischen Technologieunternehmen werden bei der Schaffung der für die Nutzung von Windenergie notwendigen Infrastruktur unterstützt, um das Potenzial nachwachsender Energiequellen auszuschöpfen. In den nächsten zehn Jahren werden die Unternehmen in Schottland etwa 1,5 Milliarden Euro in hochleistungsfähige Windparks mit zahlreichen Windkraftanlagen investieren. ScottishPower, Scottish and Southern Energy und British Energy Renewables/AMEC planen in den kommenden Jahren größere Onshore-Windenergieprojekte, mit denen nachhaltige Energie von bis zu 1.100 Megawatt erzeugt werden kann.

Unterstützt werden die Schotten durch das Projekt Renewable UK, eine Initiative des britischen Wirtschaftsministeriums, die im März 2002 vom britischen Energieminister Brian Wilson in Glasgow eröffnet wurde. Unter dem Motto "Den grünen Wohlstand nach Hause bringen" soll die neue Organisation mit Sitz im schottischen Aberdeen in Zusammenarbeit mit den regionalen Wirtschaftsförderungen Großbritannien als attraktiven Standort für regenerative Energiequellen etablieren und gleichzeitig nach rentablen Exportmöglichkeiten mit Partnern im Ausland suchen. Dass Schottland die neue Organisation beherbergt kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen zehn Jahren hat das kleine Land an der Spitze der Britischen Inseln einen fundamentalen Strukturwandel vollzogen und sich zu einer der führenden Hightech-Regionen Europas entwickelt. Schottische Wissenschaftler sind insbesondere im Bereich Technik Trendsetter - nicht zuletzt seit James Watts Erfindung der Dampfmaschine im Jahre 1769. Ihren Forschungs- und Erfindungsgeist haben sich die Schotten erhalten. Prinzipiell ist Forschung in Schottland von einem interdisziplinären Klima und der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geprägt, was auch der schottischen Energiewirtschaft zugute kommt.
...hier geht's zu Scottish Development International
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03.02.2012, service
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